| TechniSat MultyRadio | |
| Ein Testbericht von Rainer Suckow, copyright November 2008 | |
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Das
TechniSat MultyRadio ist ein Multinormempfänger, mit dem analoge und
digitale Sendungen im Mittel- und Kurzwellenbereich, DAB Ausstrahlungen im
Band III und im L-Band und FM Radio im UKW Bereich gehört werden können.
Als Basis dient das RS 500 Modul von Radioscape. |
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Aufbau und Bedienung
Das Gehäuse des
MultyRadio besteht aus zwei Teilen. Dabei handelt es sich um den
eigentlichen Empfänger, dessen Gehäuse aus Kunststoff besteht und um einen
schwarzen Standfuß aus Metall. In dem Standfuß steht das MultyRadio im
Betrieb leicht schräg, was der Bedienung zugute kommt. |
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Unterhalb der
Anschlüsse befindet sich die Ferritantenne. Für den optimalen Empfang im
Lang- und Mittelwellenbereich kann der Nutzer des MultyRadios die
Ferritantenne abnehmen und für besten Empfang beliebig drehen. |
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Links und rechts von
Multifunktionsknopf und Display befinden sich insgesamt 14 Drucktasten zur
Bedienung. Sechs davon dienen als Senderspeicher. Weiterhin gibt es Knöpfe
für den Playbackmodus, die Aufnahmefunktion, den Scanlauf und den AFS
Modus. Die Lautstärke kann direkt per Lauter und Leise-Taste gewählt
werden und auch das Menü ist direkt anwählbar. Der Sinn des verbleibenden
On / OFF Knopfes ist relativ – auch im OFF Modus ist der Empfänger nicht
ausgeschaltet und verbraucht im Hintergrund ordentlich Energie. |
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Inbetriebnahme
Im Lieferumfang des
MultyRadios befinden sich der Empfänger plus Standfuss, ein in
konventioneller Technik aufgebautes und entsprechend schweres Netzteil (9
Volt / 2.3 A), eine einfache Drahtantenne von 1.5 m Länge und eine recht
übersichtliche Bedienungsanleitung. |
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Zur Inbetriebnahme schließt man Antenne und Netzteil an – fertig. Nach dem erstmaligen Einschalten startet das MultyRadio mit einem Suchlauf über alle Frequenzen. Das dauert einige Minuten. Eine geeignete Antenne vorausgesetzt ist am Ende des Suchlaufes der Senderspeicher gut gefüllt. |
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Trotzdem kann der Suchlauf auch beim MultyRadio nicht vollständig
überzeugen. So wurden beispielsweise beim Suchlauf im DRM Modus lediglich
3 Sender gefunden, in der nachfolgenden manuellen Suche jedoch doppelt so
viele. Auch hier bestätigt sich die bei anderen Empfängern gemachte
Erfahrung, dass sich bei den Digitalen Übertragungsarten eine manuelle
Suche auszahlt. |
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Einige Besonderheiten bei
der Bedienung
In die verschiedenen
Übertragungsmodi gelangt man am einfachsten über Hauptmenü
à Sender
à
manuelle Suche
à
und dann die Auswahl des gewünschten Standards. Die Umschaltung auf
manuelle Abstimmung jederzeit durch einen drei Sekunden langen Druck auf
den Multifunktionsknopf möglich – so ist eine schnelle Orientierung der
aktuell genutzten Frequenz am einfachsten.
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Das Antennenproblem Bei der Durchführung der Empfangsversuche wurden wechselweise die interne Ferritantenne, eine Magnetic Loop Antenne, eine Langdrahtantenne oder eine Outdoor Stabantenne verwendet.
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Empfangstest
Um die Leistungsfähigkeit
des MultyRadio möglichst realistisch einschätzen zu können wurde der
Empfang mit anderen Empfängern verglichen. |
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Für die Empfangsversuche standen neben dem Multyradio1 ein Pure EVOKE-1st für den DAB und UKW Vergleich, ein Himalaya DRM 2009 für den AM, UKW und DRM Vergleich sowie die SDR Empfänger drb30 und SDR Elektor IQ ebenfalls für den DRM Empfang zur Verfügung. |
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AM Empfang von 150 kHz bis 27 MHz
Das MultyRadio ist ein
solider AM Empfänger. Die Abstimmung erfolgt am einfachsten in der
manuellen Suche. Der Empfänger lässt sich im jeweiligen Kanalraster
abstimmen, also im Mittelwellenbereich in 9 kHz Schritten und im
Kurzwellenbereich in 5 kHz Schritten. Im Bereich von 150 bis 288 kHz
beträgt die Schrittweite 3 kHz. |
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Im AM Modus beherrscht
das MultyRadio AMSS, so das die Stationskennungen z.B. der BBC auf 648 kHz
angezeigt werden können. |
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| DRM Empfang | |
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Während des
Testzeitraumes war RAI auf der Mittelwellenfrequenz 693 kHz aktiv. Der
Empfang erfolgte an einer magnetic Loop Antenne im indoor Betrieb. Dank
der nächtlichen Reichweite war dieser Sender auch im Großraum Berlin
empfangbar. Der SDR Empfänger drb30 war hier klar im Vorteil. Er glich die
sich ändernden Bedingungen am besten aus und so konnte per Dream mehr
Audio decodiert werden als mit dem Multyradio und dem Himalaya, die beide
gleichauf lagen. |
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Ebenfalls auf der Mittelwelle wurde der Empfang der BBC auf 1296 kHz
getestet – diesmal jedoch mit den jeweils verbauten Ferritantennen. Der
SDR Elektor lief nur als Orientierung mit. |
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Als letzter Mittelwellentest wurde der WDR auf kHz 1593 kHz empfangen, wieder mit den internen Ferritantennen. Diese waren deutlich an der Leistungsgrenze angekommen – und doch war das MultyRadio dem Himalaya überlegen. Die Aussetzer waren deutlich geringer – die Ferritantenne des MultyRadios bewährt sich auch hier. |
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Als erster Kurzwellentest soll hier der Bayrische Rundfunk mit seinem Programm B5aktuell auf 6085 kHz dienen. Hier waren beide Empfänger gleichauf – an einer indoor Langdrahtantenne lieferten sie praktisch identische Ergebnisse. |
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Sehr interessant war der Empfang von REE Noblejas auf 9780 kHz. Zu Beginn des Empfangsversuches schwankte die Signalstärke sehr und insbesondere starkes Fading bestimmte das Ergebnis, so dass hier wiederum der drb30 im Vorteil war. Im Verlauf der Versuche stabilisierten sich die Übertragungsbedingungen – und dann war das MultyRadio zeitweise beiden Empfängern überlegen, da es immer einen Moment früher oder länger Audio decodierte als der Himalaya und die Dreamsoftware. |
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Beim Empfang der Deutschen Welle auf 13810 kHz wurde im Display des MultyRadio das AFS Symbol aktiv. Nach betätigen der AFS Taste begann auch der erwartete Suchlauf, der jedoch wieder zum Empfang der Deutschen Welle bei 13810 kHz führte. |
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Die Lösung des Rätsels bietet Dream, denn in der angezeigten AFS Tabelle, hier Live Schedule genannt, kann man erkennen, das die übermittelten Alternativfrequenzen zur Empfangszeit nicht aktiv waren. Das MultyRadio hatte also völlig korrekt funktioniert. |
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Der Empfang von BNR Digital auf 11900 kHz gestaltete sich äußerst schwierig. Am Langdraht waren die Ergebnisse extrem schwankend, erst die Magnetic Loop bot hier stabilere Bedingungen. Hier zeigt sich wieder, das die Kombination SDR Empfänger drb30 und DRM Software Dream den RS500 Empfängern mitunter überlegen ist – mit selektivem Fading hatten sowohl MultyRadio als auch Himalaya so ihre Schwierigkeiten. |
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FM Empfang im UKW Bereich Der FM Empfang ist bekanntermaßen nicht die Stärke des RS500 Moduls. Entsprechend fällt auch der Empfang mit dem Multyradio aus. |
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Im Vergleich zum Himalaya
ist der Empfang mit dem MultyRadio deutlich besser, der Klang ist sauber
und angenehm zu hören. Eigenstörungen sind nicht zu vernehmen. Für eine
sichere RDS Darstellung wird ein gutes Signal benötigt. |
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| DAB Empfang | |
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Beim DAB Empfang musste sich das MultyRadio dem PURE Evoke 1st stellen. Dabei wurden beide Empfänger an der gleichen externen Antennenlösung betrieben. Im Suchlauf fanden beide Empfänger die erwarteten Bouquets und listeten alle hier ausgestrahlten Programme auf. |
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Zu den
Empfangsergebnissen ist zu sagen, das sie im wesentlichen gleich waren.
Der PURE fängt bei etwas weniger Singalqualität an, Audio zu decodieren,
allerdings mit starken blubbern. Wenn dann bei zunehmender Signalqualität
auch das MultyRadio mit der Audiowiedergabe einsetzt sind die
Übertragungen bei beiden nahezu Störungsfrei. |
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| Erwähnenswert ist bei der DAB Übertragung noch der / das EPG. Sobald das Symbol im Display des MultyRadios auftaucht können im Menü Sender à EPG die übertragenen Informationen zum Programm abgerufen werden. | |
| Playlist / Aufnahme Modus | |
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| Das Symbol oben rechts im Display zeigt es an – eine SD Karte ist eingelegt. In den Playlist Modus gelang man durch Betätigen des Knopfes CARD. | Die Wiedergabeliste enthält alle auf der SD Karte enthaltenen Aufzeichnungen – egal ob aufgezeichnetes DRM / DAB Programm oder gespeicherte mp3 Dateien. In der Wiedergabeliste kann man sich per Drehknopf bewegen. | Sobald der gewünschte Titel erreicht ist genügt ein Druck und die Wiedergabe des Titels beginnt. Dabei wird der Titel, die Wiedergabedauer und per Balken die Position innerhalb der Aufzeichnung angezeigt. |
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| Verbesserungsmöglichkeiten | |
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Der
Sinn der Anordnung der Kopfhörerbuchsen und des Line-In Einganges
erschließt sich nicht – diese sind aufgrund der Anordnung auf der
Rückseite hinter dem Standfuss praktisch kaum erreichbar. Zumal der
Anschluss von entsprechenden Verlängerungen ebenfalls keinen Sinn macht,
da bei Anschluss eines Kopfhörers die Lautsprecher abgeschaltet werden und
bei Nutzung des Line In Eingangs der Empfänger nur noch dieses Signal
wiedergibt. |
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| Völlig unverständlich ist das Fehlen der Infozeile. Ob im DRM, DAB oder UKW Bereich, die von den Sendern abgestrahlten Fliestextinformationen sind immer erst durch Anwahl des entsprechenden Info-Menüpunktes lesbar. Hier ist eine Lösung wie bei anderen Empfängern sehr wünschenswert. | |
| Fazit | |
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Das
MultyRadio ist ein solider Empfänger, der insbesondere durch seine
optische Erscheinung punktet. Er nutzt die Empfangsmöglichkeiten des
verwendeten Radioscape RS500 Moduls aus und bietet eine konsequent
menügeführte Bedienung. Der Klang ist dem Design entsprechend gut und auch
bei größerer Lautstärke angenehm. |
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